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Der Staat hat die Aufgabe, Leben zu schützen

Geschrieben am 11.12.14

Gut besuchte Veranstaltung der CDU-Juristen des Neckar-Odenwald-Kreises zum Thema „Sterben und Sterbehilfe“

Neckar-Odenwald-Kreis. „Sterben und Sterbehilfe“ lautete das Thema einer Veranstaltung des Arbeitskreises der CDU-Juristen Neckar-Odenwald-Kreis mit seiner Vorsitzenden Rechtsanwältin Lore Pfisterer. Zahlreiche interessierte Bürger kamen dazu in die Gaststätte „Eisenbahn“ in Diedesheim und hörten Vorträge von Dr. Harald Genzwürker (Neckar-Odenwald-Kliniken) und Ulrike Landes vom Kinderhospizdienst. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass in Deutschland keine Diskussion über das Recht auf Tod erforderlich ist. Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, in dem Selbstmord und damit auch die Hilfe zum Selbstmord straflos ist. Die Berufsordnung der Ärzte geht allerdings weiter als das Strafrecht. Die Ärzte haben ihren Eid abgegeben, dass sie unter allen Umständen das Leben erhalten sollen. Deswegen kann einem Arzt auch nicht zugemutet werden, einen Patienten, auf dessen Verlangen zu töten. Allerdings muss nicht um jeden Preis Leben erhalten werden.

Dr. Genzwürker wies darauf hin, dass nichtmehr mit allen Mitteln (Maschinen und Medikamente) ein Leben erhalten werden muss, obwohl der Sterbeprozess eingetreten ist und eine Einwilligung des Betroffenen vorliegt (nicht unbedingt schriftlich). Da Selbstmord und Beihilfe dazu nicht strafbar sind, sind ebenso die Tätigkeiten der Sterbehilfevereine, egal ob gemeinnützig oder auf Gewinn aus, straflos. Die jetzige Diskussion geht dahin, ob ein Gesetz geschaffen werden soll, das diese organisierte Sterbehilfe verbietet, und ob alle Sterbehilfevereine, auch die gemeinnützigen, verboten werden sollen. Will ein Mensch sterben, so geschieht es in der Regel aus großer Angst vor Schmerzen, Leid und Einsamkeit oder vor dem Ausgeliefertsein an medizinische Apparate, die Leben und damit auch das Leid um jeden Preis verlängern. Deswegen ist es wichtig, Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben, die Zeit, die ihnen verbleibt, lebenswert zu gestalten, ihnen noch zu ermöglichen, bewusster zu leben, noch Dinge zu regeln, Freude zu erleben. Den Schmerzen kann man dann auch begegnen, indem man stärkere Schmerzmittel gibt. Natürlich mit der möglichen Folgewirkung eines früheren Todes.

Beide Referenten legten dar, dass Menschen, die mit der Palliativmedizin betreut werden, auch an der letzten Zeit ihres Lebens noch Freude haben können. Wichtig ist dies insbesondere, da es nicht nur alte Menschen trifft, die überwiegend auch nicht ihren Angehörigen zur Last fallen wollen, sondern auch Jugendliche und Kinder. Gerade diesen Menschen und insbesondere auch ihren Familien muss in dieser Situation Unterstützung gegeben werden. Dies geschieht z. B. durch Einschaltung von Ärzten, Seelsorgern, Psychologen. Diese lebensbejahende Hilfe können Sterbehilfevereine nicht geben. Sie können auch nicht über einen langen Zeitraum die Menschen betreuen, mit Angehörigen sprechen, ihnen beistehen und die letzte Zeit lebenswert machen. Jeder Mensch, auch der Sterbende, muss in die Lage versetzt werden, nicht vorschnell einen Entschluss zu treffen, der unverzüglich in die Tat umgesetzt wird, obwohl ihm noch eine längere Zeit gegeben würde, die von ihm positiv empfunden wird. Der Staat hat die Aufgabe, das Leben eines jeden zu schützen(Wächteramt). Dies gilt auch für einen Sterbenden. Zum Schutze dessen muss er auch über die Möglichkeiten, noch etwas vom Leben zu haben, informiert werden und nicht nur über einen schnellen, schmerzfreien Tod.


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