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„Der Ast, auf dem alle sitzen, ist sehr dünn“

Geschrieben am 18.04.16

CDU-Kreistagsfraktion: Öffentliche Rufschädigung des anonymen Schreibers an „Scheinheiligkeit“ nicht zu überbieten

Neckar-Odenwald-Kreis. Vor Beginn ihrer Fraktionssitzung besichtigte die CDU-Kreistagsfraktion die Müllsortieranlage der Firma Alba Recycling in Walldürn, wo Geschäftsführer Ingo Blase und Platzmeister Sascha Kober auch zum Gespräch zur Verfügung standen. Danach bewertete die Fraktion die anonyme Anzeige eines Mitarbeiters/in der Kliniken.

Interessant war zu hören, dass die Walldürner Anlage europaweit eine der leistungsfähigsten und voll ausgelastet ist. Hauptauftraggeber ist das Duale System Deutschland. Das Einzugsgebiet reicht von Baden-Württemberg nach Hessen und Bayern. Für etwa 10 Millionen Einwohner wird der Inhalt des gelben Sacks sortiert. Ziel ist eine Sortenreinheit von 92 Prozent. Die Wertstoffe (Kunststoffe, Tetra, Folie, Eisen, Aluminium etc.) werden in Bunkern gesammelt und verpresst. In Walldürn sind etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt. Trotz modernster Technik kommt man nicht ohne händisches Verlesen aus, um die Sortenreinheit zu erreichen.

Danach befasste sich die CDU-Fraktion sehr umfassend mit dem „wenig appetitlichen Vorgang einer anonymen Anzeige“, die auch der Presse zugespielt worden war. Die CDU-Fraktion verurteilt die Vorgehensweise auf das Schärfste. Es könne nicht angehen, auf diese Weise interne Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat zu beeinflussen und öffentlich Stimmung zu machen. Allen sei bekannt, dass die Kliniken noch längst „nicht über dem Berg“ und noch in der Sanierungsphase seien; solche Aktionen schädigten aber ihren Ruf. „Alle, die in den Kliniken arbeiten, sollten wissen, dass der Ast, auf dem sie sitzen, sehr dünn ist“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Neser.

Deshalb sei es mehr als befremdlich, dass sich der stv. Betriebsratsvorsitzende Leopold, aber auch der Betriebsrat sich davon nicht in der Presse distanziert haben. Er stelle sich damit vor Feiglinge, die nicht bereit sind, für ihre Schreiben namentlich die Verantwortung zu übernehmen, und erweckt vielmehr den Eindruck, solche Aktionen zu unterstützen. Wer es aber zulasse, dass sein eigenes Unternehmen in der Öffentlichkeit geschädigt wird, und sich nicht davon distanziert, sollte eigentlich seinen Hut nehmen, so CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Neser.

Im Übrigen sei dem „Herrn Anonymus oder der Frau Anonyma“ gesagt, dass es um handfeste wirtschaftliche Interessen einer Ärztegruppe gehe, die sich hier zu Lasten der Kliniken bedient. Wenn das ein Geschäftsführer abstellen wolle, verdiene er die volle Unterstützung des Aufsichtsrats, Kreistags, der Kreisbürger und auch der Gemeinden, die bisher das Defizit über die Kreisumlage getragen haben – und in diesem Ausmaß nicht endlos tragen wollen.

Wer aber jahrelang von den Vergünstigungen profitiert habe und jetzt, wo sie abgestellt werden sollen, plötzlich Überlastung vorgebe und den möglichen Patienten noch ein erhöhtes Risiko einreden wolle, handle verantwortungslos. „Das ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten!“, so Neser abschließend.


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