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Schnelles Internet Ende 2017 flächendeckend verfügbar

Geschrieben am 23.09.16

Regionalmanager der Telekom, Joachim Otto, referierte beim CDU-Kreisvorstand über den Ausbau des schnellen Datennetzes im Kreis

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Knapp 10 Mio. Euro investieren Landkreis und Kommunen. © Foto: CDU

Neckar-Odenwald-Kreis. Eine schnelle und stabile Internetverbindung ist heute zwingende Voraussetzung für die Standortsicherung und den Ausbau von Standorten – egal ob gewerblich oder privat. Ohne gute bis sehr gute Verbindung ins World Wide Web werden weder neue Gewerbe- noch Wohnbaugebiete Akzeptanz finden. Unter Federführung von Landrat Dr. Achim Brötel hat sich daher der Neckar-Odenwald-Kreis als einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg auf den Weg gemacht, dieses wichtige Standortkriterium nahezu flächendeckend zu erfüllen. Bereits Ende 2017 soll der Ausbau abgeschlossen sein und 95 Prozent aller Haushalte im Neckar-Odenwald-Kreis über einen Internetanschluss mit mehr als 30 MBit/s erreicht werden.

In einem Flächenlandkreis wie dem Neckar-Odenwald-Kreis wäre diese Flächenabdeckung nur durch den freien Markt nicht möglich, da es sich für die Anbieter in den entlegenen, menschenarmen Regionen schlicht nicht rechnet, die entsprechende Infrastruktur aufzubauen, stellte Dr. Brötel im Rahmen seiner kurzen Einleitung fest. Der Kreistag habe zusammen mit allen 27 Bürgermeistern im Kreis sich im letzten Jahr einstimmig für den kooperativen Ausbau und die solidarische Finanzierung der Deckungslücke zwischen dem betriebswirtschaftlich sinnvollen und dem flächendeckenden Ausbau entschieden. Hierbei wurde die Telekom als Vertragspartner gewonnen. Statt mehrerer hundert Mio. Euro bleibe jetzt noch der Betrag von 9,6 Mio. Euro als Deckungslücke für die öffentliche Hand übrig. Die restlichen 26,4 Mio. Euro der Gesamtkosten von 36 Mio. Euro werden durch die Telekom in die Infrastruktur investiert.

Der Ausbau hat bereits begonnen und in wenigen Wochen wird der erste Bauabschnitt (Mosbach/Obrigheim) bereits in Betrieb gehen. Ziel ist es, Ende 2017 flächendeckend den Ausbau abgeschlossen zu haben – 95 Prozent aller Haushalte werden dann erreicht.

Der entscheidende Unterschied zur vollständigen Glasfaseranbindung sei die Nutzung der vorhandenen Kupferverkabelung auf den letzten Metern, erklärte Regionalmanager Joachim Otto von der Telekom, der in seinem Vortrag auf die technische Umsetzung und die Möglichkeiten einging. Zwischen den einzelnen Vermittlungsstellen der Telekom gebe es bereits Glasfaserverbindungen, auch werde man z.T. vorhandene, kommunale Glasfaserstrecken mit nutzen. Neu hinzu komme der Ausbau der Verteilerkästen in den einzelnen Gemeinden. Die bisherigen, unscheinbaren Verteilerkästen werden zu kleinen Rechenzentren mit Glasfaseranbindung umgerüstet. An dieser Schnittstelle wird moderne Vectoring-Software dann dafür sorgen, dass die elektromagnetischen Störungen in den Kupferleitungen auf den letzten Metern in das Haus des Verbrauchers weitestgehend ausgeschaltet werden kann.

Wer beruflich oder privat eine noch höhere Netzgeschwindigkeit haben möchte, kann dies auf eigene Kosten haben. Momentan reiche aber die Garantierate von 30 MBit/s, die durch neue Software bereits heute deutlich übertroffen werde, aber für alle privaten Anwendungen aus. Selbst UltraHD-Fernsehen über das Internet benötigt eine Datenrate von nur 25 MBit/s. Kommunikation in sozialen Netzwerken ist mit 2 MBit/s und Videoportale mit 6 MBit/s darstellbar. Im Übrigen stelle in den meisten Fällen das Endgerät den wirklichen Flaschenhals dar. Gute Heim-PC neuester Bauart können aktuell Datenraten von ca. 20 MBit/s verarbeiten.

Die Telekom wird ca. zwei Monate vor der Inbetriebnahme in den jeweiligen Bauabschnitten durch gezielte Kunden- und Bürgeransprache über die neuen Möglichkeiten und Produkte umfassend informieren und für Fragen zur Verfügung stehen.

Allerdings muss der Kunde die Telekom mit einem neuen Vertrag beauftragen, eine automatische Umstellung der alten Verträge erfolgt aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht. Auf Nachfrage bestätigte Otto, dass das schnelle Netz auch allen anderen Telekommunikationsanbietern gegenüber geöffnet werde und auch die Konkurrenz dann sicher entsprechende Angebote unterbreiten werde.

Alois Gerig, MdB warb bei der Telekom dafür, dass im Rahmen des Ausbaus auch die letzten „weißen Flecken“ von der Mobilfunklandkarte verschwinden. Otto sicherte zu, dass aufgrund der dann vorhandenen Glasfaserinfrastruktur eine wirtschaftliche Prüfung dieser Orte auch für den Mobilfunk erfolgen werde. Somit würde dann auch eine schon lange gestellte Forderung der Jungen Union und CDU im Kreis erfüllt.

Weitere Informationen: www.breitband-nok.de


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