Pressemitteilungen der CDU Kreistagsfraktion
„60 Jahre in staatsbürgerlicher Verantwortung“
CDU-Kreistagsfraktion feierte runden Geburtstag – MdEP Dr. Ulmer und Landrat Dr. Achim Brötel gratulierten – Dank an Karl Heinz Neser
 Bei der Feier „60 Jahre CDU-Kreistagsfraktion" in Mosbach, die Jonas Flemmer von der Musikschule Mosbach mit Gitarrenstücken umrahmte, waren mit dabei (v.l.): OB G. Lauth, CDU-Kreisvorsitzender E. Scheuermann, E. Brand (Fraktionsvorsitzender 1989 – 1994), der frühere Bundestagsabgeordnete S. Hornung, F. Baier (Fraktionsvorsitzender 1965 – 1972), MdEP Dr. Ulmer, R. Hollerbach (Fraktionsvorsitzender 1974 – 1989), Fraktionsvorsitzender K.H. Neser, Landrat Dr. A. Brötel und CDU-Kreisgeschäftsführer R. Meisel
Neckar-Odenwald-Kreis. „60 Jahre gelebte staatsbürgerliche Verantwortung": Dafür sagte Landrat Dr. Achim Brötel der CDU-Kreistagsfraktion Dank und anerkannte mit Festredner MdEP Dr. Thomas Ulmer den gewichtigen Beitrag, den die Kommunalpolitiker für den „Fortschritt im ländlichen Raum" leisteten und leisten. Die seit 1994 von Karl Heinz Neser geführte Fraktion feierte im Casino des Kreiskrankenhauses Mosbach 60. Geburtstag, und dem überaus engagierten Mann an der Spitze der Unionsriege im Kreistag galt dabei das kräftigste Lob. Neser, ausgewiesener Kenner der jüngeren politischen Geschichte der Region, war es auch, der an die Anfänge „nach einem verbrecherischen Krieg und dem totalen Zusammenbruch" erinnerte. Tatkraft und Verantwortung waren gefordert, Mut und Zuversicht. Und dass die ersten Schritte in Richtung Demokratie auf holprigem Terrain liefen, vermittelte Neser auch: In der Mehrzahl der Kommunen gab es bei den Gemeinderatswahlen am 27. 1. 1946 keine Wahlhandlung - "entweder, weil es nur einen oder einen gemeinsamen Wahlvorschlag mehrerer Parteien gab, die sich über die Sitzverteilung vorab geeinigt hatten". Mit weit über 80 Prozent der Sitze ging die "zwischen den Jahren" konstituierte CDU in beiden Kreisen als große Siegerin hervor, und auch bei der ersten Kreistagswahl am 28. 4. 1946 lag man mit 79 beziehungsweise 74 Prozent der Stimmen klar vorne. Im Laufe der Zeit waren die Mehrheiten nicht mehr so deutlich; aus vielfachen Gründen habe die stets starke CDU "Federn lassen müssen". Die letzten Jahre sah Neser "von einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fraktionen gekennzeichnet, die sich auch in gemeinsamen Anträgen mehrerer Fraktionen konkretisiert".
Versteht sich, dass der Referent nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit Namen aufwartete: Mit den CDU-Anfängen im Raum Mosbach verbunden sind W. Schwarz, E. Frank, D. Hügel und Landrat Dr. Dörzbacher, im Kreis Buchen der Bürgermeister und spätere Landrat F. X. Schmerbeck, die Bürgermeister A. Henn (Hardheim) und F. Gerner (Adelsheim) sowie der spätere Bundestagsabgeordnete A. Berberich (Gottersdorf). Wie der inzwischen Dienstälteste der Fraktion ermittelte, haben seit 1946 insgesamt 172 Kreisräte der Union "Politik für unseren Raum gestaltet". Als weitere langjährige Fraktionsmitglieder nannte Neser unter anderem Karl Fürst (ihm war eine Gedenkminute gewidmet), die verstorbenen Albert Theobald, Erich Bucher und Dr. Erich Häußler sowie Robert Hollerbach und Lothar Felleisen.
Als starke Gemeinschaft, so resümierte Neser, habe man auch sachliche, räumliche und personelle Konflikte ausgehalten. Nicht ohne Stolz hielt er das Verdienst der Fraktion an der guten Entwicklung des Kreises fest. Stets habe man "Regierungsverantwortung" gezeigt, "vielfach den Weg gewiesen und immer für eine Mehrheit bei strittigen Entscheidungen gesorgt".
Dies bestätigte ein weiterer "Altgedienter": In Vertretung des nach Berlin gerufenen Agrarministers Peter Hauk gratulierte MdEP Dr. Thomas Ulmer mit einer Zukunftsthemen aufgreifenden Festansprache zum Jubiläum. Sowohl im Europaparlament als auch im Kreistag zuhause - wegen einer "vergessenswerten Landratschaft" pausierte er 1994 und würde sonst wohl 22 statt 18 Jahre der Fraktion angehören - würdigte Dr. Ulmer die Arbeit seiner Kollegen und zeigte Perspektiven der Gesundheits-, Energie- und Bildungspolitik auf. Mit den Neckar-Odenwald-Kliniken, für deren bezuschusste Sanierung man "den letzten Rahm aus Stuttgart abgeschöpft" habe, sah er den Kreis gut aufgestellt und diesen wiederum durch die jüngste Verwaltungsreform gestärkt.
Vor dem Plakat "CDU - die Baden-Württemberg-Partei" stellte Dr. Ulmer die Politik der Union für das Land mit der "europaweit besten Infrastruktur" heraus, wies auf die Chancen des Landkreises in der neuen "Metropolregion" hin und unterstrich, dass man mit der Entscheidung für Biomasse im so wichtigen Energiesektor "auf dem richtigen Zug" sei. Artikel der Landesverfassung zitierend, betonte der Europapolitiker die Bedeutung der Bildungs- und Erziehungsarbeit und zeigte sich stolz, dass man im Kreis Bildung "nach besten Kräften" fördere.
"Das Gesicht des zukunftsorientierten Neckar-Odenwald- Kreises trägt ganz maßgeblich Züge, die von der CDU bestimmt und im Zusammenwirken mit den anderen Fraktionen geformt worden sind", anerkannte Landrat Dr. Achim Brötel. Er attestierte der Fraktion, "viel dafür getan zu haben, dass zusammenwachsen kann, was der Wille des Gesetzgebers" 1973 zusammengefügt hat. Mit dem Bekenntnis zu dezentralen Strukturen sei die Fraktion zum Wegbereiter der inneren Einheit des Neckar-Odenwald-Kreises ("ein gelungenes Beispiel der Kreisreform") geworden, und solches Einmischen zum Vorteil der Region wünschte er sich auch für die Zukunft.
Wie sein Vorredner lobte er das "unglaubliche Engagement" von K. H. Neser. Augenzwinkernd erinnerte Brötel zur Umschreibung von Nesers enormem Pensum an ein Beckenbauer-Zitat: "In einem Jahr hab ich mal 15 Monate durchgespielt..."
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