Pressemitteilungen der CDU Kreistagsfraktion
Unterschiedliche Meinungen zur Jagdsteuer
Europaabgeordneter Dr. Ulmer informierte über EU-Agrarpolitik
Mit dem Haushaltsentwurf befasste sich die CDU-Kreistagsfraktion
in ihrer letzten Sitzung, wozu Landrat Dr. Achim Brötel und
Kreiskämmerer Michael Schork Ausführungen machten.
Weiter referierte Dr. Thomas Ulmer MdEP über
verschiedene Aspekte der EU-Agrarpolitik. Zu Beginn hatte
Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Neser den neugewählten
Bundestagsabgeordneten Alois Gerig beglückwünscht.
In einer ersten Diskussionsrunde wurde das Für
und Wider der Argumente zur Jagdsteuer diskutiert, wozu auch ein
Thesenpapier der beiden Kreisjägervereinigungen vorlag. In ihrer
Sitzung zur Haushaltsverabschiedung wird die Fraktion eine
Entscheidung treffen. Dr. Ulmer erinnerte an die Ziele der
gemeinsamen Agrarpolitik, die mit der Gründung der EWG 1958
vereinbart wurden. Sie haben sich z.T. überholt, weil aus der
damaligen Mangelgesellschaft eine Überflussgesellschaft wurde; auch
das Verbraucherverhalten z.B. bei Milchprodukten hat sich geändert.
Die Milchüberproduktion sei zudem regional sehr unterschiedlich. Die
höhere Erzeugung und der weltweite Nachfragerückgang infolge der
Finanz- und Wirtschaftskrise hat zu einem Zusammenbruch der
Weltmarktpreise geführt. In der Bundesrepublik erzeugten 99.400
Milchviehbetriebe ca. 29 Mill. t Milch – das sind 20% der in der EU
erzeugten Milch.
Die EU stütze den Milchmarkt durch Beihilfen
zur privaten Lagerhaltung, den Ankauf von Butter und
Magermilchpulver in der öffentlichen Lagerhaltung, durch Gewährung
von Exporterstattungen: die Bundesregierung durch Liquiditätshilfen,
die steuerliche Begünstigung von Agrardiesel, Hilfen zur Steigerung
des Absatzes. Auf Grund der Proteste wurden von der EU weitere
Vorschläge zur Preisstabilisierung gemacht. Hinsichtlich der
Forderung nach einer Änderung der Quotenregelung sei Deutschland in
der EU allerdings in einer deutlichen Minderheitenrolle. Künftig
werde es noch schwerer; nach der Ratifizierung des
Lissabon-Vertrages seien Koalitionen gegen ein zu hohes Agrarbudget
zu befürchten. Der Vorsitzende der sozialistischen Fraktion habe
schon erklärt, dass die Zuschüsse halbiert werden müssen.
Ulmer sah es deshalb als wichtig
an, die Agrarsozialpolitik zu stärken und neue
Einkommensperspektiven in der Bioenergie zu schaffen. Da immer
weniger Fläche zur Nahrungsmittelerzeugung benötigt würden, werde
Fläche für den Anbau von Energiepflanzen frei. Alois Gerig trat
dafür ein, nicht die Großagrarier zu stärken. Denn bäuerliche
Familienbetriebe seien ein Garant für unsere vielfältige Landschaft.
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