Reden der CDU Kreistagsfraktion
Rede des
Fraktionsvorsitzenden Karl Heinz Neser zum Kreishaushalt 2010
Sehr geehrter Herr Landrat, werte
Kolleginnen und Kollegen des Kreistags, meine sehr verehrten
Damen und Herren!
In Ihrer Haushaltsrede am 14. Oktober haben
Sie, Herr Landrat, darauf hingewiesen, dass wir mit diesem Haushalt
in verschiedener Hinsicht „Neuland“ betreten. Wenn ich dies
aufgreifen darf, so betritt auch mancher Kämmerer in den Gemeinden
„Neuland“, denn für die Kommunen hat sich schon 2009 die Finanzlage
komplett gedreht, ist wieder Sparen angesagt, wird 2010 z.T. schon
an der Steuerschraube gedreht und steigen trotzdem die Schulden.
In einem Landkreis hat man schon in diesem Jahr buchstäblich
die „Reißleine gezogen“ und eine HH-sperre verhängt – auch das ist
„Neuland“!
In unserem Kreishaushalt 2010 merken wir von
diesen Problemen recht
wenig, weil die Kreisumlage -
basierend auf den Daten des guten Jahres Wirtschaftsjahres
2008 - sogar um 8 Mio €
zunimmt. Durch Sondereffekte stieg die Steuerkraftsumme der
Gemeinden um über 20%,
die 2größte Steigerungsrate im Land, was es noch nie gab, wozu noch
einmal und letztmals KWO beiträgt. Ich betone das deshalb, damit
die, deren Parteien für die vorzeitige Stilllegung politisch
verantwortlich sind, noch einmal auch an den Finanzbeitrag des KWO
zum Kreishaushalt in den letzten fast 4 Jahrzehnten erinnert werden!
Das hat uns manches erleichtert und ermöglicht – in diesem Jahr
sogar eine Senkung der Kreisumlage um 0,5 Punkte; mit dem
Sonderprogramm Breitbandverkabelung sind es gar 1,5%, die wir an die
Gemeinden in diesem Jahr zurückgeben. Insofern betreten wir hier ab
2011 auch „Neuland“, wenn die Steuerkraftsumme zurückgeht und wir
wieder stärker von den Finanzzuweisungen des Landes abhängig werden!
Auch wenn uns nach der jüngsten
November-Steuerschätzung keine Reduzierung des Kopfbetrags für 2010
zur Berechnung der
Zuweisungen des Landes an die Landkreise angekündigt ist, bleibe ich
skeptisch. Auch wenn in diesem Jahr „die Lage besser als gedacht“
ist, „der Konjunktureinbruch geringer als befürchtet“ ausfällt – so
Pressemeldungen der letzten Wochen -
und im kommenden Jahr
wieder mit einem leichten Anstieg des Wirtschaftswachstums
gerechnet wird, so wird die Finanz- und Wirtschaftskrise doch ihre
Auswirkungen auf alle Kommunalhaushalte in den nächsten Jahren
haben. Sollte die Rezession schon 2010 wieder überwunden sein, dann
wären zumindest 2011 und 2012 für
den Landkreis sehr
schwierigere Haushaltsjahre. Richten wir uns jedenfalls
darauf ein!
Dies kann natürlich auch bedeuten, dass die
drei Großprojekte des Landkreises: Umbau des Verwaltungsgebäudes,
neuer Bettentakt und zentrale Patientenaufnahme beim
Kreiskrankenhaus Buchen sowie die Transversale zeitlich gestreckt
werden müssen; hier sind wir aber auch von Förderzusagen des Landes
und dem Zeitpunkt der
Planfeststellung abhängig!
Dabei sind die Auswirkungen der neuen
Steuergesetze noch gar nicht berücksichtigt. „Geschenke aus Berlin“
bezahlen zum Großteil die Länder – und das hat wieder Auswirkungen
auf die Gemeinden und Landkreise. So erfreulich also eine
Steuerentlastung für die Bürger und Unternehmen im einzelnen ist, so
darf die Kehrseite der Medaille nicht übersehen werden, dass
Steuerausfälle auch auf die Kommunalhaushalte Auswirkungen haben.
Insofern ist das Misstrauen der kommunalen Front gegen alles, was
aus Berlin kommt, gleichgültig wer da an der Regierung ist, zunächst
einmal verständlich.
Wir hoffen daher, dass die Impulse für neues
Wachstum wirken und die Steuerausfälle dadurch kompensiert werden .
Reden wir daher nicht nur von der Krise, sondern auch von den
Chancen. Krisen sind immer auch Herausforderungen, Altes zu
überprüfen und Neues zu wagen! Haben wir auch Visionen, dann werden
wir gestärkt daraus hervorgehen!
Sozialhaushalt
Ich wende mich nun einzelnen Bereichen des
Haushaltes zu, zunächst dem Sozialhaushalt mit allein rund 62 Mio €.
Trotz einer Rekordkreisumlage von 48 Mio. € reicht die Kreisumlage
wiederum nicht aus, um den
„Nettoressourcenverbrauch“ des Teilhaushaltes Soziales und
Jugend zu decken. Dies allein wäre keine Meldung mit
Seltenheitswert, nein vielmehr die Tatsache, dass mittlerweile fast
jeder zweite Euro in den Bereich Soziales fließt, stimmt bedenklich,
bedeutet dies doch, dass die erwirtschaftete Leistung der
Kreiseinwohner bei weitem nicht ausreicht, um alle sozialen
Transferleistungen zu bedienen. Doch das ist sicher noch nicht das
Ende der Fahnenstange.
Im Prinzip befinden wir uns zwischen zwei
Mühlsteinen. Auf der einen Seite lässt die negative wirtschaftliche
und demographische Entwicklung steigende Fallzahlen erwarten, zum
anderen denken Sozialpolitiker schon wieder über
Leistungsausweitungen nach. Vieles, was sicher in bester Absicht
geschieht, müssen die Landkreise mitbezahlen. Es bleibt abzuwarten,
wann hier endlich mal eine Trendwende eingeläutet wird, und man
erkennt, dass nicht alles Wünschenswerte auch finanzierbar ist!
Erlauben Sie mir, dass ich jetzt kurz
auf die wichtigsten Produktgruppen eingehe.
Die Hilfe zur Pflege, also überwiegend für
Menschen, die eine ambulante, teilstationäre oder stationäre
Pflegeleistung nicht selbst tragen können, bleibt sowohl nach
Fallzahlen als auch nach tatsächlichen Aufwendungen relativ
konstant. Aber auch dort ist aufgrund der demographischen
Entwicklung künftig mit weiter steigenden Fallzahlen und Kosten zu
rechnen.
Ein Bereich der sich in den letzten Jahren nach
der Übernahme durch die Landeswohlfahrtsverbände durchaus erfreulich
entwickelt hatte, macht durch zunehmende Ausgaben, und zwar in
kommenden Jahr von 1,2 Mio. Euro, immer mehr Kopfzerbrechen. Hier
sind es die vollstationären Plätze, die einen überproportionalen
Kostenanteil verursachen, aber glücklicherweise von der Fallzahl her
konstant gehalten werden konnten. Insbesondere die Erhöhung der
Leistungsentgelte bei den Einrichtungen schlagen hier kostenerhöhend
durch. Allein durch konsequentes Umsetzen des Grundsatzes ambulant
vor stationär konnten übermäßige Kostenanstiege vermeiden werden.
Dies wird aber zunehmend schwieriger, da die leicht zu „ambulantisierenden
Fälle“ mittlerweile dezentral untergebracht sind und weitere
Maßnahmen einen zunehmenden Betreuungsaufwand erfordern, der
kostenmäßig nicht mehr weit von dem einer stationären Unterbringung
in einer Komplexeinrichtung entfernt ist. Sorgen machen zudem die
häufiger auftretenden psychischen Erkrankungen junger Menschen. Es
besteht zu befürchten, dass hier ein ganz neues Klientel
heranwächst. Ebenso Sorgen machen die behinderten Menschen, die
derzeit in der Werkstatt für Behinderte arbeiten und nicht am
Standort Johannes Anstalten, sondern extern, das heißt in der Regel
in der Familie oder bei Verwandten, untergebracht sind. Allein im
Kreis sind es 270 Betroffene. Wenn die familiäre Unterbringung aus
Gründen von Krankheit oder Alter der Betreuungspersonen nicht mehr
gewährleistet werden kann, ist auch hier eine Unterbringung
unumgänglich mit entsprechenden Kostenfolgen. Erfreulich für die
behinderten Menschen ist das persönliche Budget; mittlerweile
erhalten 17 von ihnen diese Leistung, die eine eigenständigere
Lebensführung ermöglicht.
Ebenso erfreulich ist, dass die Fallsteuerung durch die
Hilfeplanung des Landratsamtes mittlerweile von den Trägern
akzeptiert wird, ist sie doch ein wichtiges Instrument zur
Vermeidung unnötiger Kosten.
Ein Thema das uns bleiben wird ist die
Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung. Auch
hier ist mit einem dauerhaften Anstieg der Fallzahlen in den
kommenden Jahren, so wie auch in 2010,
zu rechnen. Erfreulich ist, dass sich der Bund „überzeugen“
ließ, von seinem Festbetrag abzuweichen und auf eine prozentuale
Förderung umzusteigen. Dies wird kommende Haushalte aber auch nicht
retten, sondern höchstens die Fallhöhe etwas reduzieren.
Nun weiß keiner wie sich die Wirtschaft im
kommenden Jahr entwickeln wird. Eines dürfte jedoch klar sein. So
wie die rückgehende Wirtschaft mit einer Verzögerung im Arbeitsmarkt
ankommt, so wird eine leicht positive Wirtschaftsentwicklung
in 2010 sich auch erst verzögert im Arbeitsmarkt bemerkbar machen.
Also ist davon auszugehen, dass es auf jeden Fall zu einer
Steigerung der Fallzahlen und damit der Ausgaben kommen wird. Aber
auch ohne Steigerung der Fallzahlen stehen höhere Kostenbelastungen
bevor, da sich die Bundesbeteiligung aufgrund der noch rückläufigen
Fallzahlen im vergangenen Jahr prozentual verringern wird. Ein
weiteres Damoklesschwert in diesem Bereich ist die drohende
getrennte Aufgabenwahrnehmung zwischen Bund und Kommunen, um die es
nächsten TOP geht.
Ein zukünftig immer wichtiger werdender Aspekt
ist die Jugendhilfe. Fallzahlensteigerungen, bei gleichzeitig
weniger werdenden Kindern und Jugendlichen, sprechen eine deutliche
Sprache. Die Lage ist alarmierend, insbesondere, da dieser Trend
überall zu beobachten ist. Das einzig Tröstliche ist, dass es
weniger Fälle von Kindeswohlgefährdungen sind, sondern vielmehr die
Fallzunahme auf die Vielzahl von auseinanderdriftenden Familien
zurückzuführen ist. Aber Kostensteigerungen von 0,7 Mio Euro in
einem Jahr sind ein deutliches Warnsignal, daher ist verstärkt auf
neue und zukunftsweisende präventive Ansätze zu achten. Nur so
können auch zukünftig vermehrte teilstationäre oder stationäre
Hilfefälle vermieden werden.
Erfreulich ist zum Abschluss, dass sich die
Aufwendungen in der Hilfe für Flüchtlinge und Aussiedler im
kommenden Jahr reduzieren werden.
Unser Landkreis hat Potenzial!
Ich komme nun zu Bereichen, wo wir als
Landkreis die Möglichkeit haben, aktiv in die Struktur- und damit
Zukunftsentwicklung einzugreifen. Wir machen das, weil wir der
Auffassung sind, dass unser Landkreis Potenzial hat:
1.Krankenhäuser: Erfreulich ist, dass
wir steigende Fallzahlen und einen deutlich verbesserten Casemix in
beiden Häusern haben. Wir haben das Leistungsspektrum an beiden
Häusern ausgeweitet, was auch höhere Patientenzahlen zu Folge hat.
Aber die Leistungsausweitung hat auch eine hohe Anlauffinanzierung
zur Folge, so dass wir
noch „rote“ Zahlen schreiben. 2009 3,4 Mio – 2010 2,5 Mio.
Erfreulich ist, dass in diesem Jahr der Budgetdeckel von den Kassen
„gelupft“ wurde, und wir hoffen, dass dies auch in den Folgejahren
geschieht und wir uns der „schwarzen Null“ nähern. Insgesamt ist
nach der Überführung der Häuser und des Kreisaltersheim in die
KlinikgGmbH unheimlich viel bewegt worden. Die CDU-Fraktion trägt
diese Entscheidungen mit, da sie die Krankenhäuser für unverzichtbar
hält.
Darüber hinaus müssen wir weiter investieren,
um Erfolg zu haben, um die Attraktivität zu steigern. Denn der
Patient ist als Kunde wählerisch. Wer nicht investiert, verliert!
Wir begrüßen die Aussage der Sozialministerin
Dr. Stolz, dass „gerade kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum
einen hohen versorgungspolitischen Stellenwert (besitzen) und
gegenüber den großen Einrichtungen in den dicht besiedelten
Ballungszentren keineswegs vernachlässigt werden (dürfen)“ und sind
sehr zuversichtlich, dass , nachdem das Mosbacher Haus baulich und
funktional zukunftsfähig gemacht wurde, nun auch das Krankenhaus
Buchen im kommenden Jahr in das Krankenhausbauprogramm
aufgenommen wird. Wenn da ein Kommentator unsere
Krankenhausbauvorhaben mit Stuttgart 21 verglichen und darin ein
„vorweihnachtliches Wunschkonzert“ gesehen hat, dann liegt er
da ziemlich daneben. Unsere
Finanzierung wird auf sicherem Boden stehen! Inzwischen ist
auch die Entscheidung gefallen, dass Stuttgart 21 gebaut wird, und
ich bin mir nach der schriftlichen Aussage der Ministerin ziemlich
sicher, dass wir in einem Jahr den Spatenstich in Buchen haben
werden!
2. Schulen: Die Kreisschulen haben bei
uns traditionell einen hohen Stellenwert, weil Bildungsinvestitionen
Investitionen in die Zukunft der heranwachsenden Generation sind.
Deshalb tun wir viel für das schulische Angebot sowie den Erhalt und
die Ausstattung der Gebäude. Schon seit Jahren - und jetzt noch
zusätzlich durch das Konjunkturpaket II des Bundes unterstützt -
werden die Gebäude energetisch saniert; damit leisten wir auch einen
wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In den Gewerbeschulen haben wir
zudem - verteilt auf mehrere Jahre – große Beträge für die
Anschaffung neuer Maschinen investiert; damit wollen wir
gewährleisten, dass die Ausbildung der technischen Entwicklung
standhält.
Wichtig ist mir aber auch zu betonen, wie wir
in den letzten Jahren die Schullandschaft bei den beruflichen
Gymnasien verändert haben. Deshalb sind wir sehr erfreut über die
Nachricht der letzten Woche, dass
an der hauswirtschaftlichen Schule in Buchen zum kommenden
Schuljahr ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium eingerichtet wird.
Dass es im 2. Anlauf geklappt hat, ist mit ein Verdienst unseres
Ministers für den ländlichen Raum Peter Hauk. Wie „scharf“ andere
Schulen auf dieses neue Bildungsangebot sind, konnte man in dem
Streit im Rhein-Neckar-Kreis erleben. Deshalb war es gut, dass sich
unsere beiden Schulen nicht in die Quere kamen: Die
Augusta-Bender-Schule hat vor 2 Jahren das EG und BTG bekommen,
Buchen bekommt jetzt das SG – hervorragend, kann ich da nur sagen!
Beide Schulen haben damit eine gute Gelegenheit, sich in wichtigen
Zukunftsfeldern zu profilieren!
3. Straßen und ÖPNV: Durch das
Konjunkturpaket II des Bundes sind wir im Ausbau der Straßen in
diesem Jahr schneller voran gekommen, so dass neben der
Restabwicklung von Maßnahmen nur 2 neue Maßnahmen aufgenommen sind:
der kreuzungsfreie Bahnübergang in Adelsheim und die K 3900 von der
L 519 nach Eberstadt.
Dafür wurden Mittel in eine andere Art von
Verkehr, die „Datenautobahn“, zu einem Sonderprogramm des Kreises
für 2 Jahre umgewidmet. Letzte Woche ist beim IT-Gipfel in Stuttgart
die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologie und
vor allem schneller Internetzugänge betont worden. Denn kein
Unternehmer wird sich künftig freiwillig dort niederlassen, wo ihm
kein angemessen schneller Zugang ins weltweite Datennetz geboten
wird. Das dies nicht auf Dauer zu einem Strukturnachteil für unseren
Raum wird, verdanken wir der Initiative des Landkreises und Landes,
die die CDU-Fraktion vor Jahren angestoßen hat. Als Modell für das
Land werden wir hier schnell in der weitgehend flächendeckenden
Breitbandversorgung vorankommen. Und wenn man die Presse liest,
greifen die Gemeinden schnell zu. Wir sind für die Zukunft
gewappnet!
Vergangene Woche ging die S-Bahn bis Sinsheim
in Betrieb, im März wird der Ast nach Aglasterhausen folgen. Ich bin
mir sicher, dass angesichts des hervorragenden Angebots für die
Gemeinden des Kleinen Odenwalds auch dieser Teil der S-Bahn
Rhein-Neckar ein Erfolg sein wird – auch eine Investition in die
Zukunft!
Erfreulich ist die in den letzten Wochen im
Kreis Heilbronn angestoßene Diskussion, ob neben den geforderten
Verbesserungen auf der Frankenbahn auch die Einrichtung einer
Stadtbahn ins Auge gefasst werden kann. Wir haben als CDU-Fraktion
dies gern aufgegriffen, weil es auch hier um Entwicklungschancen des
ländlichen Raumes geht. Wir würden es sehr begrüßen, wenn kreis- und
regionsübergreifend die Chance zu einer Neubewertung und einem
Ringverkehr ergriffen würde.
Die Bedeutung der anderen von Ihnen, Herr
Landrat, genannten Planungen im Bereich der Bundesstraßen sowie des
schienengebundenen Verkehrs will ich hier aus Zeitgründen nicht
aufführen; sie werden von unserer Fraktion unterstützt. Ich komme
zuletzt zur
4. AWN: Neben dem wichtigen Bereich der
Abfallwirtschaft, die heute auch in anderen TOP’s angesprochen wird,
hat sich die AWN in den letzten Jahren zum Ideengeber für die
Strukturentwicklung in Sachen Abfall und erneuerbare Energien
entwickelt. Der Kreistag hat diese Aufweitung der Geschäftsfelder
mit der Gründung von Tochtergesellschaften unterstützt. Wir sind da
in vielem weiter wie andere Landkreise, wie uns immer wieder
bestätigt wird; die lernen auch von uns. Ich nenne hier nur
stichwortartig EAN, bko, bkwo, Biogaspark, AWN Umwelt und HOT.
Die Gesellschaften sind gut aufgestellt, haben auch
Investoren von außerhalb angelockt, haben Arbeitsplätze geschaffen,
lassen die Wertschöpfung bei uns, leisten einen Beitrag zum
Klimaschutz – und haben Potenzial auf mehr.
Wir haben in Buchen ein Deponiegelände, das
nicht ungenutzt liegen bleiben darf, sondern wirtschaftlich nach den
anerkannten Regeln der Abfallwirtschaft betrieben wird – und mit
geschultem Personal auch kann. Und da ist es nicht gut, wenn
medienpolitisch Ängste erzeugt werden.
Die Berichterstattung und Kommentierung in den
beiden Kreiszeitungen war dabei auffällig
unterschiedlich. In der Buchener Ausgabe der
Rhein-Neckar-Zeitung war da von „Gift“, vom „Vorgeschmack der
Hölle“, von „Teufelszeug“
uva. die Rede – Worte mit denen man sehr viel Emotionen
schüren kann. Ich denke, man sollte mit solchen Vokabeln sehr
verantwortungsbewusst umgehen und nicht versuchen, als
Journalist ohne politisches Mandat über die Zeitung „Politik zu
machen“. Ich rate hier sehr zur Mäßigung und „verbalen Abrüstung“.
Und auch mancher Leserbriefschreiber hat ein seltsames
Demokratieverständnis, wenn er für sich beansprucht, für die
Mehrheit zu sprechen. Eine Meinungsäußerung ist eine Meinung
– und nicht mehr!
Ich komme zum Schluss: Mit zahlreichen
Beispielen konnte ich zeigen, dass unser Landkreis Potenzial hat,
dass Kreistag, Landrat und Verwaltung auf einem guten Wege sind,
vieles für die Entwicklung unseres Landkreises anzustoßen und
umzusetzen. Und da ärgern wir uns, wenn wir in unseren Zeitungen
lesen, dass auch der neue SPD-Landesvorsitzende unisono mit dem
Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion dieser Tage ohne Grund
fordert, die Landkreise aufzulösen und Regionalkreise zu schaffen.
Glaubt jemand ehrlich, dass es uns besser
ginge, wenn in Mannheim oder Heidelberg als Sitz des Regionalkreises
die Politik auch für unseren Raum mitgemacht wird? Dann kämen
zunächst die Interessen von Mannheim, dann noch einmal Mannheim,
dann der Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg, und noch einmal die
anderen – und ganz am Schluss kämen wir. Dann hätten wir auch ein
neues Denken, nämlich in größeren Einheiten. Dann gäbe es nicht zwei
kleinere hauswirtschaftliche Schulen in Buchen und Mosbach, sondern
nur noch eine – Neckargemünd hat man ja auch zugemacht. Es gäbe ein
EG, BG und SG zunächst einmal in Mannheim, Heidelberg, Schwetzingen,
Sinsheim, Weinheim und Wiesloch , bevor eins hierher kommt.
Dann wäre eines der beiden Krankenhäuser eine
Portalklinik, und wie das so geht, konnte man gestern in einer
Pressemitteilung des Geschäftsführers der Gesundheitszentren des
Rhein-Neckar-Kreises nachlesen, wo von den GRN-Gesundheitszentren
in Weinheim, Schwetzingen und Sinsheim die Rede war; als
„weitere Klinik“ folgt dann Eberbach. So könnte man sich das dann
vorstellen, wenn es unseren Kreis nicht mehr gäbe!
Und ich fahre fort:
„Zeus“ gäbe es nicht in Buchen, sondern allein auf dem
„Olymp“. Und bei HOT wird man vielleicht an „hots pants“ denken,
nicht aber an unsere Bio-Energie-Modellregion! Ich könnte das
fortsetzen um Beispiele zur Verkehrsinfrastruktur, zur
Bevölkerungsentwicklung, zur integrierten Leitstelle .....
Nachdem die SPD nun seit 40 Jahren den
Regionalkreis propagiert, hat das übrigens schon längst keinen
Neuigkeitswert mehr und ist ein absoluter „Ladenhüter“. Da wäre es
wirklich mal an der Zeit, diesen Terminus im Parteiprogramm zu
streichen.
Wir engagieren uns weiterhin nachhaltig für
unseren Landkreis, weil wir glauben, dass die kleinere
Einheit vieles besser erledigt als Großeinheiten, weil unsere
Verwaltung besser , schneller und innovativer ist, weil wir selbst
die Entscheidungen für unseren Raum treffen und verantworten wollen,
weil wir davon überzeugt sind, dass unser
Landkreis Potenziale hat!
Wir schaffen mit Unterstützung des Landes und
einer Politik für den ländlichen Raum Zukunft! Ich danke deshalb
abschließend dem Landrat, der Kreisverwaltung, den in den
Landkreisgesellschaften Beschäftigten für ihren Einsatz. Die
CDU-Fraktion stimmt dem Haushaltsplan zu.
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