Reden der CDU Kreistagsfraktion
Rede
des Fraktionsvorsitzenden Karl Heinz Neser zum Thema "Abschaffung
der Jagdsteuer"
Die Jagdsteuer ist die einzige Steuer, die die
Stadt- und Landkreise selbst erheben können; sie wird auch nicht in
allen Bundesländern erhoben, sondern mit Ausnahme Bayerns in allen
Flächenländern. Sie beträgt zwischen 10 und 15% auf den
Bruttopachtpreis für die Jagd – bei uns 15%. Sie gilt von ihrem
Aufkommen her als Bagatellsteuer; in unserem Landkreis erbringt sie
105.000 €. Sie stand bislang in unserem Landkreis nie zur
Diskussion. Erst durch eine Rede von MP Oettinger vor etwa 2 Jahren
ist die Jagdsteuer landesweit in die Diskussion gekommen und wurde
inzwischen von einer Mehrheit
der Stadt- und Landkreise abgeschafft. Die Meinungen gehen
anderswo und auch bei uns, auch in unserer Fraktion, „quer Beet“.
Ich trage die Meinungen der beiden Seiten vor:
Die einen sagen:
auf Steuereinnahmen, zumal in finanziell schwierigen Zeiten,
verzichtet man nicht. 100.000 € sind zwar für unseren Kreishaushalt
von 139 Mio €
unbedeutsam, 20 x 100.000 € ergeben aber auch 2 Mio €, mit denen man
vieles Sinnvolles im Landkreis machen kann. Den Wegfall der Steuer
müssen letztlich die Gemeinden über die Kreisumlage ausgleichen -
mit 0,1%, wo doch die Gemeindehaushalte schon angespannt genug sind.
Oder: wenn der Bund
Steuern senkt, dann beklagen Länder, Kommunen und auch die
Oppositionsparteien die
Folgen der Steuerausfälle. Verträgt es sich da, wenn der Landkreis
selbst seine einzige Steuer streicht?
Oder: sind 370 € pro Jagdplatz und Jahr für ein
Hobby viel? - ein Kindergartenplatz kostet ein Mehrfaches!
Die anderen sagen:
die Jagdsteuer ist nicht mehr zeitgemäß. Es sind längst keine
Privilegierten mehr, die eine Jagd pachten, sondern
Durchschnittsverdiener und ortsansässige Jäger, so dass eine
„Luxussteuer“ nicht angebracht ist. Die Pachten gingen zurück, weil
die Erträge durch Verkehrsbelastungen und Wildschaden zurückgehen.
Unabweisbar ist, dass die Jäger vielfältige
Leistungen für die Gemeinschaft erbringen. Der Wald muss gepflegt
und bewirtschaftet werden. Ohne die Jäger wäre die Pflege des Waldes
nicht möglich. Zum Wald gehört das Wild, und Wild muss bejagt
werden. Die Jäger beseitigen freiwillig und kostenlos
das Unfallwild auf unseren Straßen und ersparen damit den
Straßenbaulastträgern, auch dem Landkreis,
viel Geld.
Selbst das Finanzministerium bezeichnet die
Jagdsteuer in einer Landtagsanfrage „nicht mehr zeitgemäß“ und sie
stehe „auch in keinem Verhältnis zu den von der Jägerschaft
erbrachten Leistungen“.
Oder – mehr ein taktisches Argument: immer mehr
Landkreise schaffen die Jagdsteuer ab, wollen wir da die Letzten
sein?
Das mögen die Argumente für
oder gegen die Abschaffung sein. Sie werden wohl in jeder Fraktion
so oder ähnlich gewesen sein, “quer Beet“ , wie ich eingangs sagte.
Entscheiden muss sich jeder einzelne Kreisrat selbst. Die
CDU-Fraktion wird mit knapper Mehrheit für die Beibehaltung der
Jagdsteuer stimmen.
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